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Teezubereitung im Teehaus Wilkendorf

Es duftet exotisch nach Orient und Asien in der nördlichen Waldstraße der Karlsruher Innenstadt … Läuft man hier immer der Nase nach, so landet man automatisch im Haus Nummer 22.

Hier betreibt die Familie Wilkendorf bereits in der vierten Generation ihr Teehaus. Zwölf verschiedene Teesorten gab es im Teehaus des Gründers Friedrich Wilkendorf 1886 in der Kaiserpassage. Er brachte die Leidenschaft und die Liebe zu den damals geheimnisvollen Dingen aus Fernost in die badische Metropole. Neben Tee bot er schöne asiatische Porzellane und – für die damalige Zeit – exotische Dekorationsartikel an.

Jetzt führt Urenkel Maximilian Wilkendorf gemeinsam mit seiner Familie das Teegeschäft. Heute noch findet man im Verkaufsraum bis zu 250 edle Teesorten und exotisches Zubehör. »Klasse statt Masse« ist hier das Motto, denn der meiste Tee wird zwar im Norden bei den Ostfriesen getrunken, aber der ist eher von normaler bis mittlerer Qualität. Die hochwertigeren Frühjahrsernten gehen meist in den Süden.

 

Auf das Karlsruher Trinkwasser abgestimmt

Die Teesorten bei Wilkendorf sind auf die Karlsruher Trinkwasserqualität abgestimmt. »Es kann sein, dass der gleiche Tee in Hamburg ganz anders schmeckt als in Karlsruhe. Das liegt an der unterschiedlichen Wasserzusammensetzung «, meint der Teeexperte. »Große Teelieferanten holen teilweise für Teeproben extra Trinkwasser aus Ostfriesland, um die Ostfriesenmischung herzustellen.«

Grundsätzlich empfiehlt der Experte seinen Kunden, den Tee mit unbehandeltem Trinkwasser aus der Leitung zuzubereiten und das Wasser vorher nicht zu entkalken oder vorzubehandeln. Denn das alles macht die Wasserqualität schlechter. Viele seiner Kunden sind überrascht, wie gut der Tee mit dem unbehandelten Trinkwasser in Karlsruhe schmeckt.

Schlieren im Tee?

»Oft bemängeln Teetrinker den ›öligen Film‹ auf dem Tee, aber genau das sind die ätherischen Öle, die die Qualität des Getränkes ausmachen«, lacht er. Auch seine Teekanne darf und muss in die Spülmaschine, der berühmte, angeblich gewünschte Belag in der Teekanne stammt noch aus den Zeiten der alten englischen Silberkannen. Damals war diese Patina gewollt, da sie die raue Oberfläche in den Kannen geschützt hat, heute verfälscht sie eher den Geschmack. Tee ist nach Trinkwasser das zweitwichtigste Getränk weltweit. Selbst bei einem hochwertigen und hochpreisigen Tee kostet eine aufgebrühte Tasse nur 30 Cent – ein erschwinglicher Genuss.

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