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Wie wird die Digitalisierung Karlsruhe zukünftig verändern? Was ist Ihre Vision für eine digitalisierte Gesellschaft innerhalb einer Stadt wie Karlsruhe?

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelten, Wirtschaft und Gesellschaft vermutlich schneller als jede andere technische Revolution zuvor – auch, und gerade in einer Stadt wie Karlsruhe, die bereits einer der bedeutendsten IT-Standorte Europas ist.

Die durch die Digitalisierung entstehenden Kräfte, Chancen und Herausforderungen gilt es so zu bündeln und zu lenken, dass eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklung entsteht. Zu jeder Zeit muss die Vision, die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen, im Mittelpunkt stehen.

Was kann Karlsruhe als Stadt tun, um den Prozess der Digitalisierung mit voranzutreiben?

Um den Prozess der Digitalisierung zu nutzen und eine Vorreiterrolle einzunehmen, wurde proaktiv – basierend auf einem Gemeinderatsauftrag zur Vermarktung der Internethauptstadt Karlsruhe – die Initiative karlsruhe.digital gegründet. Nach dem Karlsruher Prinzip vereint sie Stadtverwaltung und Politik, die Karlsruher Wirtschaft und die Wissenschaft. Gemeinsam arbeiten rund 150 Expertinnen und Experten daran, Karlsruhe zum Motor der Digitalisierung und zur Referenzstadt der Digitalisierung zu entwickeln und zu positionieren. Außerdem zeigt die Gründung des Amtes für Informationstechnik und Digitalisierung, dass sich die Karlsruher Stadtverwaltung der hohen Bedeutung der Digitalisierung bewusst ist. Karlsruhe ist somit das ideale »Ökosystem« für neue Ideen rund um die Digitalisierung und bereit, die Herausforderungen gemeinsam mit den bestehenden Netzwerken voranzutreiben.

»Karlsruhe ist das ideale ›Ökosystem‹ für neue Ideen rund um die Digitalisierung.«

Wie nehmen Sie besorgten Bürgern die Angst vor einer solchen Veränderung wie sich die Digitalisierung jetzt schon darstellt?

Wir nehmen die Sorgen und Ängste unserer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und bieten verschiedene Möglichkeiten der direkten Kommunikation an. Die vom Wissenschaftsbüro der Stadt Karlsruhe koordinierte Veranstaltungsreihe EFFEKTE bietet zum Beispiel den kostenlosen, direkten Austausch zu aktuellen Karlsruher Forschungsthemen an, die traditionell von digitalen Inhalten geprägt sind. Hier können Bürgerinnen und Bürger mit Expertinnen und Experten auf Augenhöhe diskutieren. Gleiches gilt für das kostenlose Format #digiTALK, das speziell auf den Austausch zu Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft abzielt. Daneben bieten auch die Karlsruher Hochschulen und Forschungseinrichtungen zahlreiche Informationsmöglichkeiten. Regelmäßig stellt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Rathaus aktuelle Themen vor, auch das Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft (ZAK) ermöglicht mit den Karlsruher Gesprächen einen intensiven Austausch mit der Bürgerschaft. Speziell auf das Thema Datenschutz und IT-Sicherheit ist die Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative ausgerichtet, die wir als Stadt gerne unterstützen. Dabei zeigen Experten Privatanwendern, wie sie sich vor Hackern und Überwachung schützen können.

Und natürlich können auch an mich als Oberbürgermeister über unser Beteiligungsportal unter https://beteiligung.karlsruhe.de direkt Fragen gerichtet werden, die ich gerne beantworte.

Ist der Standort Karlsruhe ein Zentrum für die Digitalisierung in Deutschland?

Karlsruhe ist bereits einer der bedeutendsten IT-Standorte Europas. Die hier angesiedelten Unternehmen, Forschungs- und Lehreinrichtungen und Netzwerke der Digitalbranche arbeiten eng zusammen und sind mit der Kulturszene und der Verwaltung eng vernetzt.

 

Hier wurde 1972, am heutigen KIT, die erste Informatik-Fakultät Deutschlands gegründet. Sie zählt zu den größten in Europa. Das Karlsruher Stadtbild ist geprägt von Studierenden, rund 10.000 von ihnen werden aktuell in informatiknahen Fächern ausgebildet. Praxiserfahrungen können die Studierenden am Forschungszentrum Informatik (FZI), an der Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, sammeln. Im House of Living Labs und im Karlsruher Stadtbild, beim Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg, macht das FZI Digitalisierung in Karlsruhe für jeden sicht- und erlebbar.

Rund 4.400 IT-Unternehmen mit über 30.000 Arbeitsplätzen prägen die Region. In Karlsruhe kommen 41Prozent der Gewerbesteuer aus der Digitalbranche. Ein wichtiger Bestandteil bei dieser Entwicklung ist das CyberForum. Mit über 1.200 Mitgliedern ist es das führende Hightech-Unternehmer-Netzwerk.

KA-WLAN bietet den Menschen in Karlsruhe die Möglichkeit ohne Registrierung und Begrenzung  des Datenvolumens im Internet zu surfen. Das ZKM Zentrum für Kunst und Medien ist eine weltweit einzigartige Kulturinstitution. Es vereint digitale Produktion und Forschung, Ausstellungen und Veranstaltungen und sorgt mit den Schlosslichtspielen für digitale Highlights im Karlsruher Sommer.

Mit der Gründung des Amtes für Informationstechnik und Digitalisierung am 1. Januar 2017 hat Karlsruhe die hohe Bedeutung der Digitalisierung aufgegriffen. Neben dem sicheren und zuverlässigen IT-Betrieb für rund 4.300 Arbeitsplätze von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden dort zahlreiche E-Government-Vorhaben und die Umsetzung der BürgerApp digital@KA koordiniert. Hierfür wurde die Stadt Karlsruhe Anfang Mai 2018 als Modellkommune im Landeswettbewerb Digitale Zukunftskommune @BW ausgezeichnet. Das Beteiligungsportal lädt die Karlsruher Bürgerschaft dazu ein, Fragen, Meinungen, Ideen und Anmerkungen zu verschiedenen Projekten zu übermitteln und so aktiv an der Stadtentwicklung mitzuwirken.

 

Interview: Konstantin Maier

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