miteinander

In Frankfurt haben wir bereits einen Eindruck von den Büchern des Verlags »Das kulturelle Gedächtnis« bekommen, die Ihr gestaltet habt. Auffällig war, wie angenehm sie sich anfassen – woran liegt das?

Für ein Buch sind neben der inhaltlichen Ausrichtung zwei Faktoren essenziell: Optik und Haptik. Beides konnten wir bei VDKG bestimmen und beeinflussen. Die Verleger haben von Anfang an Wert daraufgelegt, dass wir uns als Gestalter miteinbringen in die Entstehung des Verlags im Gesamten und jedes einzelnen Buchs im Besonderen. So entstehen Bücher, die auch in der Haptik überzeugen und von der Ausstattungsnorm, die es leider bei den meisten Verlagen gibt, abweichen. Das Zusammenspiel aus bedrucktem strukturiertem Überzugsmaterial, der Prägung und letztlich auch dem Format in einer grafisch ansprechenden Erscheinung ist hier entscheiden. Solche Bücher nimmt man einfach gerne in die Hand.

Wie seid Ihr dazu gekommen diese und andere Bücher zu gestalten?

Am Ende unseres Studiums an der HfG Karlsruhe hatten wir die Möglichkeit ein Buch – für den BENTELI Verlag Bern – zu gestalten. Uns gefielen damals die Abläufe bei der Entstehung des Buchs: die Auseinandersetzung mit dem Thema, die Gespräche mit den Autoren und die Diskussion mit dem Verleger – also das gesamte Milieu. So und dort wollten wir weiterarbeiten und wechselnden Inhalten eine Gestalt geben. Die Kunst der Hebamme also – im sokratischen Sinne.

Ihr arbeitet an einem spannenden Ort, in einem leerstehenden Pool in Rheinstetten.

Aufgrund unseres familiären Zuwachses und des Bedarfs an einem größeren Büro, sind wir 2010 umgezogen. In unserem Haus – einem Bungalow aus den Siebzigern – befand sich im Untergeschoss ein nicht fertiggestelltes Indoor-Pool. Ein befreundeter Architekt hat den Umbau zu einem Büro geplant. Und so sitzen wir nun in einem Schwimmbecken ohne Wasser.

Wie tretet Ihr an ein Design heran? Der Verlag »Das kulturelle Gedächtnis« verlegt alte Texte neu, hat das eine Rolle für eure Überlegungen gespielt?

Natürlich. Für uns zählt immer der Weg vom Inhalt zur Form. Der jeweiligen Konzeption gehen Gespräche und Recherchen bzgl. des Inhalts voraus, auf die das Design dann aufbaut. Im konkreten Fall des VDKG sollte es historische Bezüge geben ohne aber anachronistisch und all zu sehr eklektizistisch zu wirken.

Verrät das Logo mit dem Satz »Astu non vi«, also zu Deutsch »Durch List nicht durch Stärke« etwas über Ihre allgemeine Herangehensweise an Konzept und Design?

Der Satz bezieht sich eigentlich auf die verlegerische Herangehensweise. Eine grafische Arbeit kann nicht nur mit List arbeiten. Etwas, was formal überzeugen will, muss auch Stärke haben.

Interview: Konstantin Maier
Foto: Anne-Sophie Stolz

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Ich hätt da mal ne Frage …

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