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Stadtwerke Karlsruhe Schafe Energieberg

Erneuerbare Energien, Fernwärme, klimaneutrales Trinkwasser – mit unterschiedlichsten Maßnahmen nehmen sich die Stadtwerke Karlsruhe tagtäglich dem Thema Umweltschutz an. Dabei setzen sie in vielen Projekten auch auf Unterstützung tierischer Art.

Wenn’s läuft wie am Schnürchen …

Zum Erfolg eines Unternehmens trägt vor allem eine funktionierende Logistik bei. Von der Planung über die Koordination und Durchführung bis hin zu einer finalen Kontrolle sind die dazugehörigen Aufgaben ebenso vielfältig wie komplex. Wichtig dabei ist, dass jeder genau weiß, was er wann und wie zu tun hat. Stadtwerke-Mitarbeiter David Schanno hat seine Schützlinge dahingehend bestens im Griff:»Ich betreue seit 2015 unsere hauseigenen Bienenvölker. Da hat jedes Tier eine bestimmte Rolle, die ihm zugeteilt ist. Und es erfüllt sie reibungslos.« Mit der Haltung von Honigbienen – heute insgesamt ganze 14 Völker – möchten die Stadtwerke Karlsruhe zu einer lebenswerten, natürlichen Umgebung beitragen. Bei der Arbeit legen sie außerdem besonderen Wert darauf, dass es stets ökologisch zugeht: »Für die Bekämpfung von Schädlingen wie der Varroamilbe setzen wir keine chemischen Mittel ein. Momentan experimentieren wir mit einem kleinen Skorpion, der die Milben unschädlich macht.« Dass im Kampf gegen Feine lieber die Vielfalt der Natur statt gefährlicher Pestizide genutzt wird, hat sich längst bewährt. So verzeichnen die Stadtwerke bislang keine Krankheiten unter ihren Bienen und konnten bereits im ersten Jahr einige Jungvölker an weitere Nachwuchs-Imker abgeben.

Während die fleißigen Bienchen den Winter im Garten David Schannos verbringen, sind sie in den warmen Monaten des Jahres auf dem Gelände der Betriebsstelle »Aha-Weg« im Karlsruher Schlosspark untergebracht. Dort gehen sie von einer geschützten Ecke aus auf Pollensuche und widmen sich schließlich der Honigproduktion. »Das sehen wir allerdings als zusätzliches Geschenk an. Wichtiger ist uns, die Menschen für die Bedeutung von Bienen für unsere Umwelt zu sensibilisieren.« Kindergärten, Schulen oder Behindertenorganisationen können sich daher vor Ort persönlich einen Eindruck verschaffen. Oder ihnen gar eine neue Heimat bieten: »Bald soll wieder eines unserer Völker in eine Karlsruher Grundschule umgesiedelt werden. Projekte wie diese sind essenziell, denn wer Bienen mal etwas genauer beobachtet, erkennt schnell, wie intelligent die Natur eigentlich ist. Die Kinder lernen außerdem den artgerechten Umgang mit einem der wichtigsten Glieder unserer Nahrungskette.«

Lebendige Rasenmäher?

Auch Schäfer Theodor Hellinger ist im Auftrag der Stadtwerke Karlsruhe und des Amtes für Abfallwirtschaft unterwegs, und zwar in Hoch-Zeiten bis zu vier Tage am Stück. Mit einer Herde, die aus rund 300 Mutterschafen und 300 Lämmern besteht, wandert er zweimal im Jahr von Untergrombach bis zum Energieberg hinauf. Dabei immer an seiner Seite: die drei Altdeutschen Hütehunde Waldi, Mohrle und Frieder – unverzichtbar, um die Schafe zusammenhalten, aber ebenso wie diese auch unter ständiger Beobachtung. »Sonst droht der Schafen Ungeheueres. Vor allem, wenn sie frisch gelammt haben, stellen sie sich gern mal gegen den Hund.« Doch Schäfer Hellinger sieht es gelassen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Weidezäune aufstellen, die Tiere mit Wasser versorgen, sie entwurmen, ihre Klauen pflegen … An Abwechslung fehlt es ihm in seinem Job keinesfalls. Und was er dabei besonders genießt, ist voll und ganz im Einklang mit der Natur zu sein: »Ich muss mich immer an deren Gesetzmäßigkeiten orientieren. Sonst läuft das Ganze nicht.«

 

 

Dass es läuft, ist vor allem für die Deponie von großer Bedeutung, denn diese muss mindestens einmal jährlich gemäht werden, um Gehölzen und den daraus entstehenden Wurzeln vorzubeugen. Hellinger erklärt es genauer: »Wenn die die Oberflächen-Abdichtung zerstören, dringt Regenwasser in den Deponiekörper. Das wiederum sickert durch den Müll und sammelt sich dann in den Drainagen. Die müssten mit viel Aufwand wieder gereinigt werden.« Die Stadtwerke Karlsruhe entschieden sich daher lieber für einen natürlichen Weg. Nach der Mahd durch die Schafe wird für einige Wochen das weitere Wachstum des Grases verlangsamt. »Durch die Beweidung wird es in den Tiermagen  aufgenommen und gelangt als kleine Kothäufchen zurück auf die Fläche. Dadurch gibt es ein ständiges Wachstum – all das Wasser, das dabei verbraucht wird, kann nicht als Sickerwasser in den Deponiekörper gelangen.«

 

Auch für die Schafe ist das Weiden auf einer ehemaligen Mülldeponie unbedenklich. »Zwischen Müll und Oberboden gibt es eine über einen Meter breite Dichtschicht, die das Gras nicht durchwurzeln kann.« Nur wenn es im Sommer mal zu heiß wird, müssen der Schäfer und sein Team eingreifen:»Wir bauen dann große Schattennetze auf, die die Tiere vor der Hitze schützen. Dafür ist die Photovoltaik-Anlage ideal geeignet.«

Hoch hinaus!

 

Wer den Energieberg schon mal besucht hat, konnte vielleicht auch schon mal den ein oder anderen Weißstorch vorbeifliegen sehen. Denn in Karlsruhe haben es sich diese mit ihren Horsten gleich an mehreren Standorten gemütlich gemacht: von Neureut über Knielingen und Hagsfeld bis hin auf das Dach vom Verwaltungsgebäude des Zoos. Und da ist von März bis Juni so einiges los. Nach einer Brutzeit von rund 30 Tagen schlüpfen die Jungvögel. In den anschließenden drei Wochen verfallen sie immer wieder in einen Todstellreflex zum Schutz vor Raubtieren, die sogenannte Akinese – sie liegen völlig bewegungslos im Nest. Das hilft Max Peeß bei seiner Arbeit: Mit einer Hubarbeitsbühne der Stadtwerke Karlsruhe nähert er sich behutsam dem Nachwuchs und nutzt die Gunst der Stunde, um die Kleinsten am Bein mit nummerierten Erkennungsmarken zu versehen. Der erfahrene Storchenberinger weiß:»Nach der 6.Lebenswoche könnten die Jungtiere mich als potenzielle Gefahr einstufen, nach mir schnappen und im schlimmsten Fall vor Schreck aus dem Nest fallen und sich verletzen.«

Entstanden ist die Idee für das Beringungsverfahren im Jahr 1898. Es wird seitdem als Standardmethode zur Vogelforschung eingesetzt. Durch die Kennzeichnung eines jeden einzelnen Storches ist es möglich, sie in ihren Brutgebieten und auf den Zugwegen zu identifizieren, ihren Lebensraum zu erforschen und diesen schließlich langfristig verbessern zu können.

 

 

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