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Ein Versprechen von Abenteuer: das Wasser

Im letzten Teil meiner Wanderung entlang der Grenzen von Karlsruhe wird der Regen zum ständigen Begleiter. Aber so ist das nun mal, wenn man sich in der Natur bewegt. Auch das »Ausgeliefertsein« ist Teil der Erfahrung. Die letzte Etappe führt mich über Stutensee an die Nebengewässer des Rheins bei Eggenstein-Leopoldshafen. Durch den fast permanenten Niederschlag in den vergangenen Tagen führt der Rhein Hochwasser, sodass ich immer wieder auf andere Wege ausweichen muss. Die Namen der hiesigen Gewässer versprechen Abenteuer, wie zum Beispiel die Baggerseen »Schmugglermeer« und »Fuchs & Gros« oder das Rheinauengebiet »Kleiner Bodensee«.

Ich schlage mich entlang der Schleifen der Altrheinarme, überfüllter Seen und Entlastungskanäle durch. Auf einem niedrigen Damm am »Kleinen Bodensee« begegnet mir auch mehrere Male eine kleine Gruppe Rehe, die ein Jäger korrekterweise als »Sprung« bezeichnen würde. Ich bleibe kurz stehen, um die Tiere nicht zu erschrecken, und beobachte sie. Erfreut über so viel Natur live wandere ich weiter durch den Ölhafen in Richtung des Rheins. Dort angekommen lässt sich wunderbar auf das gegenüberliegende Bundesland, auf die benachbarte Südpfalz, blicken. Durch das viele Wasser sieht es beinahe so aus, als wäre Karlsruhe eine Insel, umgeben von Wasser. Und wenn man dann weiter am Rheinhafen entlangläuft, fühlt es sich tatsächlich an, als wäre Karlsruhe Klein-Hamburg: Große Kräne, Schiffscontainer und markante Backsteingebäude zeigen ein ungewohntes Bild der Stadt.

Zuhause angekommen habe ich nicht nur nasse Socken im Gepäck, sondern auch zahlreiche Naturerlebnisse und überraschende Ansichten einer mir eigentlich bekannten Umgebung. Rund um die Fächerstadt finden sich Wälder und Streuobstwiesen, Hügel oder Berge mit beeindruckender Aussicht, Flüsse und Seen. Die Vielfalt, die Karlsruhe als Stadt im Kern trägt, entfaltet sich auch entlang ihrer Grenzen. Genauer hinsehen lohnt, rausgehen und erleben allemal.

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